Certified Agile Coach (Certified Team Coach / Certified Enterprise Coach) – ist das was für mich?

31.05.2021

Am 22. März 2021 hatten wir – die Arbeitsgruppe Path2CEC/CTC – zur einer Onlineveranstaltung eingeladen mit dem Titel „Dein Weg zum Certified Agile Coach (CTC/CEC) – Fragen und Antworten“.  Ziel der Veranstaltung war es herauszufinden, wie groß das Interesse an dem Pfad zum Certified Agile Coach (CTC/CEC) im deutschsprachigen Raum ist und welche Fragestellungen mögliche Kandidaten beschäftigen. Wir wollten damit auch ein Gefühl dafür bekommen, welche Form der Betreuung unsere Arbeitsgruppe diesen Menschen in Zukunft bereitstellen könnte, um sie auf ihrem Weg zu unterstützen.

Am Abend der Veranstaltung hatten sich über 60 Interessierte eingewählt. Dies zeigte uns zuerst einmal, dass offensichtlich ein großes Interesse besteht. Der Abend war so strukturiert, dass Fragen der Interessierten gesammelt und dann dann von einer Paneldiskussion beantwortet wurden. Dieses Panel bestand aus bereits zertifizierten CTC und CEC, sowie aktuellen und früheren Mitgliedern des ScrumAlliance Review Teams, die über die erfolgreiche Zertifizierung der Kandidaten entscheiden.

Die Fragen waren sehr vielfältig und teilweise auch überraschend. Offensichtlich ist in der D-A-CH Community Sinn und Zweck dieser Zertifizierungen und wie sie sich von anderen Zertifizierungen der ScrumAlliance abgrenzen noch nicht weitgehend bekannt. Dasselbe scheint für den Bewerbungsprozess zu gelten, der durchlaufen werden muss.

Was also ist der Sinn und Zweck der Zertifizierung? Was habe ich davon, diesen Weg einzuschlagen?

  • CEC/CTC sind nach unserer Überzeugung die anspruchsvollsten Zertifizierungen, die es für Agile Coaches gibt. Sie erfordern jahrelange Erfahrung als Coach, und Kandidaten durchlaufen einen strikten Peer-Review-Prozess. Damit sind sie ein echtes Unterscheidungsmerkmal unter den vielen Menschen, die sich Agile Coach nennen. Die Scrum Alliance tut einiges dafür, den Wert dieser Zertifizierungen zu kommunizieren – auch wenn es hier, wie die Veranstaltung zeigt, im deutschsprachigen Raum noch Nachholbedarf gibt.
  • Als CEC/CTC kann ich Zertifizierungen vergeben (was sonst nur die Certified Scrum Trainer können). Zum Beispiel kann ich einen Coaching-basierten Pfad zum Certified Scrum Master oder zum Certified Scrum Professional anbieten. Ebenso kann ich den Certified Agile Leadership Educator in Angriff nehmen und damit Menschen zum Certified Agile Leader ausbilden.

Ein weiterer Bereich, der einiges an Aufmerksamkeit bekam, waren die persönlichen Voraussetzungen für eine Bewerbung. Ist eine Coachingausbildung oder ICF-Zertifizierung erforderlich? Antwort: nein. Offiziell reichen Qualifikationen, die vergleichbar sind mit der ICF ACC (CTC) bzw. PCC (CEC) Zertifizierung. Am einfachsten kann man das natürlich dadurch nachweisen, dass man über diese Zertifizierungen verfügt. Details dazu stehen hier: CTC_summary-of-expectations.pdf (scrumalliance.org) und CEC_summary-of-expectations.pdf (scrumalliance.org).

Ergänzend gab es einige Fragen dazu, wie genau die Begleitung durch Mentoren gestaltet werden kann. Auch das Auffinden von geeigneten Mentoren scheint für viele eine noch unklare Herausforderung zu sein. Ein weiterer Punkt zur Unterstützung zukünftiger Kandidaten könnte die Vermittlung von Arbeitsgruppen sein, in denen eine Diskussion der Bewerbungsinhalte möglich ist. Diese Punkte werden sicher in Zukunft auf unsere Liste von möglichen Angeboten wandern.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass noch etwas Aufklärungsarbeit geleistet werden kann. Klarere Informationen über Zugang und Ablauf der Zertifizierungen würden vielen Interessenten auf ihrem Weg weiterhelfen. Deshalb wollen wir in näherer Zukunft auch weitere Infoveranstaltungen anbieten.

Eure Arbeitsgruppe Path2CEC/CTC

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